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Schulprogramm

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 Bückmannshofschule

städtische Gemeinschaftsgrundschule
Bückmannshof 16, 45326 Essen

 

Frage nie ein Kind, ob es das kann,
was ein anderes kann,
sondern frage immer,
ob es das kann, was es kann.

(Heinrich Pestalozzi)

Gemeinsamer Unterricht

Seit dem Schuljahr 1999/2000 werden Kinder mit besonderem Förderbedarf integrativ beschult. Seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 ist die Bückmannshofschule Schwerpunktschule für den Gemeinsamen Unterricht.

Die Schulkonferenz begrüßte mit Beschluss vom 20.12.2005 diese Entwicklung, sieht allerdings in passenden Rahmenbedingungen eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Vorhabens.

 

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass besonders jahrgangsgemischte Lerngruppen die Sozialkompetenz von Kindern stärken, daher streben wir eine gleichmäßige Verteilung der GU-Schüler auf alle Lerngruppen an. Die Verteilung der Sonderpädagogenstunden richtet sich dabei an den besonderen Bedürfnisse der Lerngruppen und dem sonderpädagogischen Förderbedarf  der einzelnen Schüler aus und kann deshalb ggf. von der durchschnittlichen Stundenzuweisung pro Kind abweichen. Bei 20 GU-Plätzen (ca. 10% der Gesamtschülerschaft) stehen der Schule danach zwei Sonderpädagogen mit jeweils voller Stundenzahl zur Verfügung. Von großer Bedeutung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Sonderpädagogen und Grundschulpädagogen ist der konstante Einsatz der Sonderpädagoginnen an der Bückmannshofschule genauso wie ihre aktive Unterstützung der schulprogrammatischen Zielsetzungen, insbesondere der jahrgangsübergreifenden Unterrichtsorganisation, der intensiven Förderung mit Montessorimaterialien und ihr Einsatz auch im Ganztagsbereich.

 

 

1. Ziele des gemeinsamen Unterrichts

 

Ziel des GU‘s ist die integrative Förderung von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf an der Bückmannshofschule.

Bei allen GU-Kindern zielt die Förderung auf Integration und Stärkung der Persönlichkeit (Selbstständigkeit) und Ausbildung kognitiver, sprachlicher, motorischer und sozialer Fertig- und Fähigkeiten.

 

Zieldifferent geförderte Kinder (Förderschwerpunkte: Lernen oder geistige Entwicklung) erhalten entsprechend der Inhalte an der Förderschule individuelle Lern- und Fördermaterialien, die ihnen die Arbeit in kleinen Schritten bei angepasstem Lerntempo mit individueller Unterstützung durch die Förderschullehrerin ermöglicht. Durch das Lernen in den altersheterogenen Lerngruppen ist neben der Arbeit am gemeinsamen Gegenstand auch vielfach die Auseinandersetzung mit den gleichen Materialien möglich. Insbesondere die Montessori-Materialien ermöglichen allen Kindern den Zugang zum Lernen durch ihre Anschaulichkeit und die Berücksichtigung der jeweiligen Entwicklungsphasen.

 

Zielgleich geförderte Kinder (Förderschwerpunkte: emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache und Kommunikation) erhalten darüber hinaus Unterstützung, die es ihnen ermöglicht, die Ziele des Grundschullehrplans zu

erreichen. Bei Schülern mit dem Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung dienen der Einsatz von Verstärkerplänen, die regelmäßigen Rückmeldungen, sowie Gespräche über Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten und

die Erarbeitung von Verhaltensalternativen dazu, ihnen die Möglichkeit zu geben, ein sozial angemessenes Verhalten dauerhaft aufzubauen. Zusätzlich zum Unterricht werden diese Kinder in einer Gruppe gefördert, in der die Arbeit an sozial-emotionalen Lernzielen im Vordergrund steht (ASEL_Gruppe) Bei Schülern mit dem Förderschwerpunkt Sprache und Kommunikation wird durch die in den Unterricht integrierte Maßnahmen die Entwicklung der mündlichen und schriftlichen Sprache gefördert.

 

Unser Streben zielt durch forderndes Fördern darauf, möglichst viele zielgleich und zieldifferent unterrichtete Kinder dahingehend sonderpädagogisch zu fördern, dass der sonderpädagogische Förderbedarf zum Ende der Grundschulzeit

aufgehoben werden kann, um ein erfolgreiches Weiterlernen an einer Regelschule der Sekundarstufe 1 zu ermöglichen.

 

Vorteile des GU‘s liegen für die GU-Kinder im „Lernen am Modell“, was stimulierend auf die Bewältigung der eigenen Behinderung wirken kann. Für die anderen Kinder liegt der Gewinn darin, dass sie lernen, unterschiedliche

Behinderungen in einer Gesellschaft zu akzeptieren und damit normal und natürlich umzugehen — und das kann nur in der täglichen Praxis geübt werden.

 

 

2. Realisierung des gemeinsamen Unterrichts

 

Die Integration und Förderung jedes einzelnen GU-Schülers wird durch Erarbeitung von individuellen Förderkonzepten, und -plänen in Zusammenarbeit mit dem/der Klassenlehrer/in in folgenden Schritten voran gebracht:

Bestandsaufnahme:

Den gegenwärtigen Lern- und Entwicklungsstand wahrnehmen u. beschreiben

Prioritätensetzung:

Den vordringlichen Förderbedarf festlegen

Planung:

Ausgewählte Maßnahmen, Lernsituationen u. -arrangements ableiten,

stichpunktartig dokumentieren

Umsetzung:

Die geplanten Maßnahmen realisieren und stichpunktartig dokumentieren

Evaluation und Fortschreibung:

Die Umsetzung auswerten, weiterführende Ziele/Maßnahmen setzen oder Ziele/Maßnahmen korrigieren

 

2.1. Konkrete Umsetzung

 

Lerngruppen

Während der Lerngruppenstunden werden alle GU-Schüler integrativ gefördert.

Durch die zeitweilige Doppelbesetzung (Klassenlehrerin und Sonderpädagogin) in dieser Phase erhalten die Kinder eine ihren Bedürfnissen angepasste Zuwendung, welche sich sowohl auf den sozial-emotionalen als auch auf den fachlich-

kognitiven Bereich beziehen kann.

Die Sonderpädagogin realisiert diese Förderung durch die Bereitstellung von Differenzierungsmaterialien (z.B. Arbeitsmappen, Hausaufgaben, Tests, etc.) und individuelle Hilfen. In diesem Rahmen profitieren auch Regelschüler von der Doppelbesetzung.

 

Lernstudio

Durch die Sozialpädagogin findet zweimal wöchentlich eine gezielte Förderung für Lernanfänger mit Entwicklungsbedarf in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, Pränumerik, Sprache, etc, statt. Dieses Lernstudio zielt im Rahmen der

Prävention darauf ab, die Erfordernis eines sonderpädagogischen Förderbedarfs zu vermeiden.

 

Leseförderung

Während der Lerngruppenzeit findet außerdem je einmal wöchentlich KIeingruppen-Förderung zur Verbesserung der Lesekompetenz für Schüler des 2. und 3./4. Jahrgangs statt. Dieses Angebot richtet sich sowohl an die GU-Kinder

als auch an Regelschüler.

 

Fachunterricht

Zieldifferent geförderte Kinder des 3. und 4. Schuljahres erhalten in Teilbereichen ein alternatives Unterrichtsangebot (vor allem in den Kulturtechniken, d.h. Lesen, Schreiben und Mathematik). Um diesen Schülern den erfolgreichen Besuch einer Regelschule im Sek.I-Bereich zu ermöglichen, werden die Leistungsanforderungen graduell gesteigert.

Für die zielgleich geförderten Kinder wird Unterstützung durch die Sonderpädagogin während des Fachunterrichts so weit wie möglich reduziert. Bei ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten oder Konzentrationsschwierigkeiten wird im Rahmen

von äußerer Differenzierung in einer Kleingruppe zeitgleich derselbe Unterrichtsstoff bearbeitet. Beispielsweise der Englischunterricht bietet hier schwächeren Schülern die Möglichkeit, Lernerfolge zu erzielen, unsicheren

Schülern, Sprechhemmungen zu überwinden und impulsiven Schülern, ihr Verhalten besser zu kontrollieren.

 

Verhaltenstraining

Zweimal wöchentlich findet in einer Kleingruppe (ASEL-Gruppe) für die Kinder mit sozial-emotionalem Förderbedarf ein zweistündiges Verhaltenstraining statt. Dieses Training wird von zweiSonderpädagoginnen in Doppelbesetzung durchgeführt.

Dabei wird an folgenden sozial-emotionalen Lernzielen gearbeitet:

   - Differenzierte soziale Wahrnehmung (Eigen- und Fremdwahrnehmung)

   - Erkennen und Äußern von Gefühlen, um Körpersignale sicher zu interpretieren

   - Angemessene Selbstbehauptung

   - Kooperation als Alternative zu unangemessenem Sozialverhalten

   - Einfühlungsvermögen durch Perspektivenwechsel und Antizipation möglicher Konsequenzen).

 

Förderunterricht

Im Förderunterricht für GU-Kinder werden im Anschluss an den regulären Unterricht in Einzelförderung oder Kleingruppen von bis zu vier Schülern die Kompetenzen im Bereich der Kulturtechniken vertieft und ausgebaut. Die Schüler erhalten dabei individuelle

Angebote, die sich an ihrem derzeitigen Lernstand, ihren Interessen und Bedürfnisse orientieren.

 

Arbeitsgemeinschaften

Im Nachmittagsbereich werden von den Sonderpädagoginnen zwei AG‘s angeboten:

Die AG „Wahrnehmungsförderung für Kinder des 1. und 2. Schuljahres dient u.a. der Schulung der Wahrnehmung, sowie der Förderung der Feinmotorik und der Arbeitsausdauer.

In der Koch-AG bereiten die Kinder an Hand von Bildrezepten Gerichte der „Schnellen Küche“ zu. Neben dem Leseverständnis werden auch die Sozialkompetenz und die Feinmotorik gefördert. Des Weiteren erhalten sie hier

die Gelegenheit, neue Gerichte zu probieren und eigene Wünsche einzubringen.

Am Ende jeder Einheit schätzen die Schüler ihr Verhalten und ihre Mitarbeit im Rahmen eines Verstärkerplans (Tokensystem) selbst ein.

 

Beratung

Bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf finden regelmäßige Elterngespräche (mindestens vierteljährlich, bis hin zu einmal wöchentlich) statt, an denen die Lerngruppenlehrerin, die Sonderpädagogin und die Eltern sowie

ggf. das Kind und weitere Fachkräfte teilnehmen. Diese Gespräche haben die Funktion, sich über den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes zu informieren und weitere Fördermöglichkeiten zu planen.

Darüber hinaus ist es notwendig, dass die Lerngruppenlehrerin und die Sonderschullehrerin in ständigem Austausch stehen. Auf diese Weise kann die Sonderschullehrerin geeignete Materialien zur Verfügung stellen und Methoden

für den Lerngruppen-Unterricht während ihrer Abwesenheit vorschlagen.

Die Lerngruppenlehrerin gibt ihrerseits Rückmeldung über Fortschritte oder Schwierigkeiten des Kindes. Erkenntnisse aus Fortbildungen und dem Arbeitskreis GU werden in den Lehrerkonferenzen vorgestellt und entsprechend umgesetzt.

 

©Bückmannshofschule 2009